Financial Covenants gerissen: Verhandlung mit Banken in der Krise
Financial Covenants sind die Frühwarnsysteme der Kreditgeber. Wird eine Kennzahl wie der Verschuldungsgrad oder die Zinsdeckung gerissen, entsteht ein Kündigungsrecht. Entscheidend ist, was das Unternehmen daraus macht.
Der Bruch ist zunächst ein technisches Ereignis, kein wirtschaftliches Todesurteil. Banken haben in aller Regel kein Interesse an der Kündigung, sondern an einer geordneten Fortführung. Den Rahmen dafür setzt der Waiver, der vorübergehende Verzicht auf das Kündigungsrecht.
Transparenz ist der stärkste Hebel
Wer den Covenant-Bruch proaktiv anzeigt und mit einer belastbaren Fortführungsplanung unterlegt, verhandelt aus einer Position der Stärke. Wer wartet, bis die Bank den Bruch selbst entdeckt, verliert Vertrauen und Verhandlungsspielraum.
In der Bankenrunde gewinnt nicht, wer die beste Geschichte erzählt, sondern wer die belastbarsten Zahlen vorlegt.
Was die Bank sehen will
Erwartet werden eine aktuelle Liquiditätsplanung, ein nachvollziehbarer Maßnahmenplan und ein realistischer Ausblick auf die Wiedereinhaltung der Covenants. Alle drei müssen aus einer konsistenten Datenbasis stammen, sonst zerfällt das Vertrauen im Detail.
Ein Covenant-Bruch ist verhandelbar, wenn er früh, transparent und datenbasiert adressiert wird. Die Qualität der Finanzplanung entscheidet über die Konditionen des Waivers.